Realistische Übungen müssen sein – Jahreshauptversammlung Feuerwehr Karben Mitte

(v.l.) stellv. Stadtbrandinspektor Christoph Häusler, stellv. Wehrführer Marco Kittner-Meier, Jugendwart Maximilian Zeifang, Wehrführer Marco Seemann, stellv. Jugendwart Marcel Nieland, Bürgermeister Guido Rahn (CDU), Stadtbrandinspektor Christian Becker

„Mensch, wie die Zeit doch vergeht“, dachten sich wohl einige Mitglieder der Feuerwehr Karben Mitte, als Wehrführer Marco Seemann am Samstag, 28.01.2017 bereits die dritte Jahreshauptversammlung eröffnete. Seemann blickte in seinem Jahresbericht auf viele Anschaffungen, wie unter anderem neue Polo-Shirts, einen neuen Bildschirm für den Unterrichtsraum, neue Brandschutzkleidung, einen neuen Werkzeugkasten oder gar eine Tasche für Verkehrsunfälle zurück. Zu insgesamt 97 Einsätzen musste die Wehr Karben Mitte im Jahr 2016 ausrücken (davon zu 44 Kleinbränden, 9 Mittelbrände, 24 ausgelöste Brandmeldeanlagen, 37 einfache Hilfeleistungen, 2 mittlere Hilfeleistungen, 1 Person unter Zug, sowie 4 Drehleitereinsätze). Zum Jahresende 2016 bestand die Einsatzabteilung aus insgesamt 51 Mitglieder, davon sechs Frauen. Seemann lobte die Mannschaft, da die Übungen und Unterrichten gut besucht werden.

Gerätewart Torsten Muthig berichtete über kleinere Reparaturen und über die sicherere Verlastung der durch den Verein oder durch Spenden angeschafften Gerätschaften auf den Fahrzeugen.

Der durch die Versammlung einstimmig zum neuen Jugendwart gewählte Maximilian Zeifang blickte auf ein ereignisreiches Jahr der Jugendfeuerwehr zurück. Sei es ein Ausflug zum Skispringen in Willingen, eine Kanutour mit Zeltlager, der 24 Stunden Berufsfeuerwehrtag, die erneute Teilnahme an der Aktion „Karben räumt auf“, den gemeinsamen Alarmübungen aller Stadtteile oder den schon traditionell stattfindenden Karbener Weihnachtsmarkt, wo die Jugendfeuerwehr erneut mit einem Stand vertreten war. Die Kids zwischen zehn und 17 Jahren wird einiges, vor allem viel Abwechslung geboten. Drei Mitglieder bestanden die Jugendflamme II. Für 2017 plant Zeifang noch mehr Werbung für den Nachwuchs zu machen. Anfang 2016 bestand die Jugendfeuerwehr aus 21 Mitgliedern. Im laufe des Jahres wechselten altersbedingt vier Mitglieder in die Einsatzabteilung, so dass der Stand Ende des Jahres 17 Jugendliche betrug. Zeifangs Vorgänger Alexander Kleinhans, der durch seine hervorragende, jahrelange Arbeit als Jugendwart durch Kreisbrandmeister Marco Reis mit der silbernen Floriansmedaille ausgezeichnet wurde, stand seit Mitte des Jahres 2016 aufgrund eines Wegzuges aus Karben als Jugendwart nicht mehr zur Verfügung. Auch sein Stellvertreter Andre Reuter, der seit dato kommissarisch das Amt ausübte, konnte aus beruflichen Gründen nicht mehr weiter machen. Zum neuen stellvertretenden Jugendwart wurde Marcel Nieland ernannt.

der ehemalige Jugendwart Alexander Kleinhans wird mit der silbernen Floriansmedaille ausgezeichnet

Herbert Schneider, Vorsitzender der Ehren- und Altersabteilung, die aus 18 Mitgliedern besteht, blickte auf ein ereignisreiches, mit Ausflügen und vielen Aktivitäten vollbrachtes Jahr zurück. Schneider führte fort, dass das Jahr 2016 bedauerlicherweise mit einigen Trauerfeiern überschattet wurde.

Einen Zuwachs von Mitglieder erlebte die Kindergruppe „Feuerwirbel“. Diese bestehe zum Jahresende aus insgesamt 11 Mitgliedern zwischen sechs und zehn Jahren. Leiterin Dorit Schulz blickte auf das erste, komplette Jahr zurück. „Wir bringen den Kindern auf spielerische weise die Aufgaben und Wirkungsbereiche der Feuerwehr näher“, so Schulz. Auch erhofft sie sich, dass die Kinder dadurch den vernünftigen Umgang mit dem Feuer und dem Verhalten im Ernstfall erlernen. Die Kindergruppe trifft sich jeden zweiten und vierten Freitag im Monat um 17:30 Uhr. Auch die Feuerwirbel blickt im vergangen Jahr auf viele Ausflüge, wie zum Beispiel zur Polizei oder Atemschutzstrecke, sowie Aktionen wie Plätzchen backen, Fahrzeugkunde oder Erste Hilfe zurück. Auch ein eigenes Logo für T-Shirts wurde entworfen. Bewundernswert finde Schulz, dass „die Gruppe Stück für Stück mehr zusammenwächst“ - darauf sei sie sehr stolz.

Gleichzeitig zur Jahreshauptversammlung der Einsatzabteilung fand auch die 80. Jahreshauptversammlung vom Verein der Feuerwehr Klein-Karben statt. Vereinsvorsitzender Markus Rühl blickt in seinem Jahresbericht auf ein ereignisreiches Jahr zurück und berichtet über vom Verein angeschafften Gerätschaften für die Mannschaft.

der neue Vereinsvorstand (v.l.) Beisitzerin Tamara Bedacht, Kassenwart Florian Herbig, stellv. Vereinsvorsitzender Matthias Glaser, Pressewart Lukas Rüger, Beisitzer Jan Rühl und Vereinsvorsitzender Markus Rühl

Direkt im Anschluss fanden die Vorstandswahlen statt. Markus Rühl wurde in seinem Amt als Vereinsvorsitzender wiedergewählt, sein neuer Stellvertreter ist Matthias Glaser, Kassenwart ist nun Florian Herbig. Maximilian Häusler wurde einstimmig zum Schriftführer und Lukas Rüger zum neuen Pressewart gewählt. Die gerade erst von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung gewechselten, jungen Mitglieder Tamara Bedacht und Jan Rühl wurden zu den zwei neuen Beisitzern gewählt.

Stadtbrandinspektor Christian Becker lobte die respektable, große Anzahl von Mitglieder in der Ehren- und Altersabteilung. Becker zählte insgesamt 123 Einsätze der Feuerwehr Karben, bei allein 96 wurde die Wehr Karben Mitte mit alarmiert. Dies zeige die Wichtigkeit dieser Wehr. Im Jahr 2016 konnte durch die Feuerwehr Karben das Leben von Mensch und Tier, darunter einen Schwan und Hunde, gerettet werden. „Das mache die Feuerwehr aus“, so Becker. Becker dankt allen für die Einsatzbereitschaft, welches heut zu tage keine Selbstverständlichkeit mehr sei „kostenfrei, ehrenamtlich auch Nachts“, so Becker „das muss uns erst einer mal nachmachen“. Becker hat für 2017 einiges auf seiner Agenda. So beabsichtige er unter anderem eine stadtweite Gruppen- und Zugführerausbildung. Auch die digitale Alarmierung würde kommen, das genaue Datum sei jedoch noch unbekannt. Durch die Stadt Karben wurde eine Wärmebildkamera angeschafft.  

Klare Worte kamen von Bürgermeister Guido Rahn (CDU) „hier sind Menschen, die wollen helfen und dann gibt es noch welche, die sich beschweren“. Rahn spricht die durch die Stadtbrandinspektion durchgeführte Großübung Ende Oktober 2016 auf der Nordumgehung an, bei der es vereinzelt zu ein paar wenigen Beschwerden aus der Bevölkerung kam. „Ich find es gut, dass Sie realistisch üben“, so Rahn weiter „für solche Beschwerden habe ich dann kein Verständnis“. Schließlich gehe es hier um die Sicherheit all unserer Bürger. Rahn setzte ein klarer Zeichen, dass die Stadt hinter ihrer Feuerwehr stünde „Wir sind stolz auf euch“, so Rahn.