Feuerwehrmänner krankenhausreif geschlagen

Es ist unvorstellbar und zu gleich nicht in Worte zu fassen, was sich in Salzgitter (Niedersachsen) zu Neujahrsbeginn abgespielt haben soll. Als die Stadtteilfeuerwehr Thiede um kurz nach Mitternacht zu einem Einsatz ausrücken muss, sollen sie von Partygästen daran gehindert und sogar mit Feuerwerkskörpern beschossen worden sein. Als zwei Feuerwehrmitglieder die Partygruppe auffordern, den Weg zu räumen, werden diese Kameraden krankenhausreif geschlagen.

Doch um das ganze richtig nachvollziehen zu können, muss eine Sache, die viele Bürgerinnen und Bürger nicht wissen, erklärt werden. In Hessen gibt es insgesamt nur sechs Berufsfeuerwehren, die restlichen Kommunen bestehen rein aus freiwilligen Feuerwehrleuten. Sowohl die Feuerwehr Karben, als auch die Feuerwehr Thiede bestehen aus solchen freiwilligen Mitgliedern. Freiwillig bedeutet, dass die Frauen und Männer ihre Tätigkeit neben ihrem Beruf nachgehen. Neben zahlreichen Übungen, Unterrichten, Veranstaltungen und Lehrgängen gehören auch Einsätze, die zu jeder Uhrzeit passieren können, dazu. All dies machen die Mitglieder unentgeltlich, ohne einen Cent daran zu verdienen – das tun sie aus Leidenschaft und aus einer Selbstverständlichkeit heraus.  All dies zum Schutz der eigenen Bürger, um anderen Menschen in Notsituationen helfen zu können.

Auch in der Neujahrsnacht verzichten viele Mitglieder anstandslos auf ihre eigene Silvesterfeier, um im Ernstfall für andere da zu sein. Wenn dann, so wie in Thiede wohl geschehen, die Mitglieder bei einem Einsatz noch daran gehindert und mit Feuerwerkskörpern beschossen werden, ist Empörung noch milde ausgedrückt.

Phantombild nach einem der mutmaßlichen Täter, Quelle: LKA Niedersachsen - Fahndung (www.lka.polizei-nds.de)

Phantombild nach einem der mutmaßlichen Täter, Quelle: LKA Niedersachsen - Fahndung (www.lka.polizei-nds.de)

Nach Angaben der Polizei Salzgitter musste die Wehr Thiede um kurz nach Mitternacht zu einem Flächenbrand ausrücken. Als sie so dann durch eine ca. 40-50 große Gruppe daran gehindert wurden, forderten zwei Mitglieder der Feuerwehr (28 und 33 Jahre) auf, den Weg für das Einsatzfahrzeug freizumachen. Im weiteren Verlauf sei es dann zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen. Beide Feuerwehrmitglieder wurden verletzt und in ein Krankenhaus eingeliefert. Während der 28 jährige Feuerwehrmann dieses nach ambulanter Behandlung wieder verlassen konnte, musste sein 33 jähriger Kollege mit mehreren Knochenbrühen und Gesichtsverletzungen stationär aufgenommen werden. Das LKA Niedersachsen hat derweil ein Phantombild veröffentlicht, mit dem ein mutmaßlicher Täter gesucht wird. Die Polizei Salzgitter ermittelt derzeit wegen gefährlicher Körperverletzung. Was sich genau in der Silvesternacht abspielte ist bislang noch nicht eindeutig geklärt und Gegenstand der andauernden polizeilichen Ermittlungen.

Wir wünschen den verletzten Kameraden baldige Genesung und den restlichen Mitgliedern der Feuerwehr Thiede, die derzeit verständlicherweise emotional am Boden sind, viel Kraft.